Projektbeschreibung


Hintergrund

Der Schwerlastverkehr in der Metropole Ruhr hat insbesondere in Siedlungsbereichen oftmals negative Auswirkungen durch Lärm, Abgase, Straßenschäden und festgefahrene Lkw unter Brücken bzw. engen Straßenquerschnitten. Dies liegt vor allem daran, dass Lkw-Fahrer nur über rudimentäre Ortskenntnisse verfügen oder marktgängige Navigationssysteme nutzen, die nicht auf die Bedürfnisse des Schwerlastverkehrs ausgerichtet sind. Dieser Zusammenhang konnte im Rahmen eines Pilotprojektes der Städte Dortmund und Hamm, der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund sowie der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH im Jahr 2010 herausgearbeitet werden. Dabei wurde deutlich, dass die tatsächlich gefahrenen Routen erheblich von den gewünschten Routenempfehlungen der Kommunen abweichen und damit das Potential für ein ökonomisch und ökologisch verbessertes Routing im Rahmen einer stadtverträglichen Lkw-Navigation vorhanden ist.

 

Das Projekt

Vor diesem Hintergrund hat die Wirtschaftsförderung metropoleruhr gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets das Projekt „stadtverträgliche Lkw-Navigation“ in der Metropole Ruhr entwickelt. Die Festlegung von den örtlichen Gegebenheiten angepassten Lkw-Vorrangrouten ermöglicht es, den Schwerlastverkehr über gewünschte Strecken zu leiten und damit bestimmte Siedlungsbereiche zu entlasten und Unfälle im Straßenraum zu verringern. Darüber hinaus unterstützt dieses Instrument auch die Umsetzung der Luftreinhaltepläne, denn die gezielte Steuerung kann einen Beitrag dazu leisten, die hohen Schadstoffbelastungen durch den Dieselkraftstoff von Lkw gleichmäßiger im Siedlungsbereich zu verteilen und Streckenabschnitte mit guter Durchlüftung auszuwählen. Ein weiterer positiver Effekt ist die Reduktion von Lkw-bedingten Unfällen, die durch festgefahrene Fahrzeuge unter Brücken oder falsch eingeschätzte Straßenquerschnitte regelmäßig in Gemeindegebieten vorfallen.

Damit die von den Kommunen erstellten Vorrangrouten von den Lkw-Fahrern auch tatsächlich genutzt werden, müssen diese in marktgängige Navigationssysteme überführt werden. Mit HERE/Nokia und Teleatlas/TomTom gibt es weltweit zwei wesentliche Hersteller von Navigationskarten. Die Navigationskarten sind das Ausgangsprodukt jeder Navigation und damit auch die Basis für jede weitere Veredelung, sei es durch Lkw-Hersteller, Spediteure oder andere.

 

Das Vorgehen

Im Rahmen des Projektes haben sich die teilnehmenden kreisangehörigen Gemeinden und kreisfreien Städte verpflichtet, Lkw-Vorrangrouten für ihr Gemeindegebiet zu entwickeln und in die marktgängigen Navigationskarten einzupflegen. Dafür wurde eine webbasierte Erfassungsmaske erstellt, in die die Kommunen die definierten stadtverträglichen Vorrangrouten und zudem die für den Lkw-Verkehr relevanten Restriktionen wie z.B. Brückendurchfahrtshöhen, Gewichts- und Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Umweltzonen eingeben. Das so aufbereitete Kartenmaterial wird fortlaufend auf Aktualität und Richtigkeit geprüft und aktualisiert.

Diese kommunale Daten werden in einer Datenbank abgelegt, damit zum einem die Hersteller von Navigationskarten und zum anderem weitere Interessenten im Rahmen von Verkehrslenkungs- und Managementkonzepten das Datenmaterial nutzen können. Ziel des Vorhabens ist es, dass die kommunalen Daten kostenfrei von der Datenbank abrufbar sind, damit eine möglichst breite Verwendung und Veredelung der Geodaten erfolgen kann.

Derzeit sind 40 Kommunen, darunter alle 11 kreisfreien Städte im Gebiet des Regionalverbandes Ruhr, Partner des Projektes.  Die Erfassung der Lkw-Restriktionen sowie der Aufstellung und Erfassung der Lkw-Vorrangrouten wurde an vielen Stellen abgeschlossen. In einigen Kommunen wird noch an der Eingabe gearbeitet. Auch prüfen weitere Kommunen die Mitwirkung bei dem Projekt.

Ein Projekt von:

metropoleruhr.de #Startseite #Projekt